Das natürliche Superfood

Wild Atlantic Way Products

Kilbrittain- Co. Cork - Irland

#algen  #meeresgemüse 

Wir waren hier: Juli 2018

Zita Dennehy verarbeitet Zutaten, die wohlklingende Namen wie Bladderak, Carrageen, Giant Kelp, Irish Wakame oder Dulse tragen. Im Volksmund werden alle unter einem weniger attraktiven Namen zusammen-gefasst: Algen. Ein Wort, welches Zita nicht gerne hört, weil es zu abwertend klingt. «In den letzten Jahren hat sich der Begriff ‘Meeresgemüse’ etabliert», sagt die Irin und ergänzt: «Die meisten Leute denken beim Wort Algen an schlabbrige braungrüne Pflanzen. Dabei ist ihre Artenvielfalt mit der von Gemüse vergleichbar.»
Das ‘Meeresgemüse’ findet sich weltweit in fast allen Ge-wässern, wobei Strömung, Wassertemperatur, Sonnen-einstrahlung und viele weitere Faktoren bestimmen, welche Arten wo vorkommen. «Allein an Irlands Küste wachsen etwas über 500 verschiedene Algenarten», weiss Zita. Die Irin beschäftigt sich seit fünf Jahren intensiv mit dem Thema. Das Ganze begann als sie ihre dazumal sechs Monate alte Tochter zum Strand brachte und diese kaum mehr aus Tümpeln, die sich bei Ebbe zwischen den Felsen bildeten. «Sie ass dabei immer Seegras. Als ich diese dann auch einmal probierte, war ich vom angenehmen Geschmack überrascht», erinnert sich Zita. Dies war denn auch die Initialzündung für die Entwicklung ihrer eigenen Linie ‘Wild Atlantic Way Products’. «Sämtliche meiner Produkte enthalten Algen in verschiedenster Zusammensetzung», fasst die Irin zusammen. 

In Küchen und Kosmetik sehr geschätzt

 

Doch bis es soweit war, musste Zita zuerst einmal Wissen über diese Organismen aneignen: Welche Algen sind für den menschlichen Konsum zugelassen? Welche lassen sich geschmacklich gut kombinieren? Welche Inhaltsstoffe sind in welcher Art besonders vertreten? Antworten auf diese und viele weitere Fragen suchte die Unternehmerin aus verschiedensten Quellen zusammen. Denn: «Das Wissen über das Meeresgemüse ging in den letzten Jahrzehnten in unserem Kulturkreis verloren.» Was erstaunt, schliesslich gehörten Algen speziell in Irland während Jahrhunderten zum Menüplan. Vor allem die Seefahrer schätzen getrocknete Algen als Vitamin C Quelle, um während ihren langen Überfahrten dem Skorbut vorzubeugen. Irische Algen waren im Mittelalter so exklusiv, dass man sie sogar an das englische Königshaus lieferte. Und während der Grossen Hungersnot in Irland Mitte des 19. Jahrhunderts halfen die pflanzenähnlichen Organismen, den Hunger zu stillen. Dieser hohe Konsum hatte sogar die Ausrottung einiger Arten zur Folge. «Danach war es den Iren peinlich beim Algensammeln gesehen zu werden, da es als Zeichen für Armut gewertet wurde», erzählt Zita. 

Heute ist deren Anwendung jedoch wieder weit verbreitet. Die Kosmetikindustrie schätzt Algen dank ihrer rehydrierenden und antioxidativen Wirkung. Zita beliefert denn auch die Kosmetikindustrie mit aus Algen gewonnenem Öl.

 In der Küche dient das Meeresgemüse als natürlicher Geschmacksverstärker und Lieferant wichtiger Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente. So enthalten die Organismen unter anderem Natriumglutamat – eine der häufigsten natürlichen, nicht-essentiellen Aminosäuren. Zudem werden ihnen auf Grund des hohen Gehalts an Antioxidantien antivirale, antibakterielle und entzündungshemmende Wirkungen nachgesagt. 


Von Hand und nachhaltig geerntet

 

Das Wild-Antlantic-Way-Produktesortiment umfasst hauptsächlich essbare Algenarten. Zita betont: «Alle dafür benötigten Pflanzen ernte ich von Hand und achte dabei strikt auf Nachhaltigkeit.»

 Dabei gehört das Salatöl, ein irisches Rapsöl mit Bladderak-Algen, die Tee- und die Gewürzmischung zu den Topsellern. Neben diesen bewährten Produkten, erweitert Zita ihr Sortiment immer mit neuen saisonalen Produkten wie Meeresgemüse-Chips oder einen Knoblauch-Algen-Butter. 

 

Ihre Kreationen vertreibt die Unternehmerin hauptsächlich über ihren Onlineshop. Zudem beliefert Zita Restaurants. Dazu gehört untern anderem ein japanisches Gasthaus in Cork und Restaurants namhafter Golfclubs in der Umgebung.
Einmal pro Woche trifft man Zita Dennehy zudem auf einem lokalen Markt an. Hier bietet sie neben ihrem Standard-sortiment auch frisch zubereitete Speisen wie eine mit irischen Kelp-Algen angerichtete Miso Suppe, oder einen marinierten ‘sea spaghetti salad’ an, dessen Name auf das dafür verwendete, langfädige Meeresgemüse zurückzuführen ist.
Die Herstellung von Produkten aus diesen faszinierenden Organismen bringt Zita auch nach fünf Jahren noch viel Freude - vor allem dann, wenn sie den malerischen Küsten Westcorks entlang geht, um Bladderak, Carrageen, Giant Kelp, Irish Wakame oder Dulse zu ernten.

Mehr Informationen: www.wildatlanticwayproducts.com